Heuschnupfen: Entstehung, Auswirkungen und Ratschläge für die Pollensaison

Der Frühling ist Hochsaison für Allergiker. Durch das milde und feuchte Wetter, geht der Pollenflug immer eher los. Die Haselblüte etwa hat bereits im Januar begonnen – vier bis acht Wochen früher als normal. Rund ein Drittel der Deutschen leidet unter der Blütezeit, Tendenz steigend. Was bedeutet das für Sportler?

Wenn nach dem langen Winter die ersten Blumen ihre Knospen öffnen, ist das eigentlich ein Grund zur Freude. Für Menschen, die an Pollenallergie leiden, beginnen damit allerdings lästige Beschwerden. Der Pollenflug geht klimatisch bedingt nicht nur immer eher los, gleichzeitig steigt die Schadstoffbelastung und ihr Allergengehalt an – die Pollen sind aggressiver, die körperlichen Reaktionen heftiger. 

Was die Symptome angeht, lässt sich ein Heuschnupfen auf den ersten Blick nicht von einer Erkältung beziehungsweise Grippe unterscheiden. Das ist in der Infektsaison und in Zeiten von COVID-19 besonders gefährlich. Klassische Anzeichen einer Pollenallergie sind gerötete, brennende, tränende, juckende und/oder geschwollene Augen, eine stark laufende Nase, Juckreiz im Nasen-, Mund- und/oder Rachenbereich, Niesanfälle, Reizhusten bis hin zu Atemnot. Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine Allergie zu einem allergischen Asthma weiter. Ärzte können dank Pollenfluganalysen und Allergietests schnell eine verlässliche Diagnose stellen.

Belastung für das Immunsystem: Pollensaison dauert immer länger

Besonders für Menschen mit starker Pollenallergie ist es wichtig zu wissen, gegen welche Pollen sie allergisch sind und wann die Blüte losgeht. Das ist von Temperatur und Windverhältnissen abhängig und von Region zu Region unterschiedlich. Laut Prognosen des Pollenflugkalenders sind derzeit deutschlandweit Weide- und Pappelpollen in der Luft, Erle und Hasel schon fast wieder vorbei, Birke, Eibe, Eiche, Esche, Flieder und Rotbuche hingegen noch ausstehend. Durch zugewanderte Pflanzenarten wie “Ambrosia”, die in den USA bereits Hauptallergen ist, kann sich die Pollensaison bis in den Oktober ziehen. Die Zeit, in der sich das Immunsystem erholen kann, wird somit stetig kürzer – denn im Dezember fängt das Leiden meist schon wieder von vorne an. Hochallergene Pflanzen wie Ambrosia, Beifuß, Birke, Erle, Gräser und Getreide und Hasel kommen fast überall vor: in Laubwäldern, an Waldrändern, in Gärten und in Wassernähe. Daher ist es für Allergiker so schwer, sie zu meiden. Selbst Zimmerpflanzen (z.B. Weihnachtsstern oder Farne) lösen bei manchen Menschen allergische Reaktionen aus.

Klimawandel treibt Pollenallergie in Städten an

Kommen Pollen in Kontakt mit den Schleimhäuten der Nase und der Atemwege, setzen sie sogenannte Peptide (Eiweißverbindungen) frei. Allergisch reagiert der Körper dann, wenn die T-Zellen harmlose Peptide fälschlicherweise als gefährlich einstufen. In der Folge werden Histamin und andere Entzündungsbotenstoffe auf die Peptide losgelassen – so entstehen die beschriebenen Symptome. Bei einer Allergie laufen im Prinzip ähnliche Vorgänge ab wie bei einer normalen Immunabwehr. Warum der Körper überhaupt allergisch reagiert, hängt meistens von der Menge an IgE-Antikörpern ab, welche Entzündungsreaktionen auslösen. Je mehr IgE-Antikörper vorhanden sind und je häufiger Allergene dort andocken, desto größer die Wahrscheinlichkeit, allergisch zu reagieren. Hier spricht man vom Allergie-Typ-I, der am häufigsten vorkommt.

In der Stadt ist die Pollenkonzentration morgens höher als abends, auf dem Land umgekehrt. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl an umherfliegenden Pollen, sondern die Anzahl an Allergenen, die sie bilden – sprich die Stoffe, welche die Allergie auslösen. Das kann bei gleichem Pollenflug von Tag zu Tag variieren und macht Vorhersagen schwierig. Vor allem Städter haben mit einer steigenden Allergiebelastung zu kämpfen, durchschnittlich drei Prozent pro Jahr. Grund dafür ist auch die hohe CO2-Konzentration, denn die beschleunigt nachweislich das Pollenwachstum. Mit dem Klimawandel dürfte sich das Problem in den nächsten Jahren also verschärfen.

Fazit: Heuschnupfen konsequent behandeln, auf Sport nicht verzichten

Da bestimmte allergische Reaktionen – so auch Neurodermitis, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien – von erblicher Neigung und verschiedenen genetischen Faktoren abhängen, ist es schwer, Heuschnupfen dauerhaft loszuwerden. Wenn schon die Eltern an Heuschnupfen erkrankt sind, ist die Wahrscheinlichkeit für das Kind ziemlich groß. Medikamente wie Antihistaminika, der Wirkstoff Cromoglicinsäure und Therapien wie die Hyposensibilisierung sollen helfen, Allergien zu lindern. Sie geben aber keine Garantien beziehungsweise sind mit längerer Anwendungsdauer oder kurzer Wirkungsdauer verbunden. Vorbeugend gilt: Freizeitaktivitäten im Freien einschränken, gut lüften, wenn die Luft rein ist, häufig Kleidung und Bettwäsche waschen, gegebenenfalls Pollenfilter oder -schutzgitter verwenden. Sportler müssen zwar nicht auf ihr Workout verzichten, sollten ihre Allergie aber konsequent unter ärztlicher Aufsicht behandeln – das gilt vor allem für Outdoor-Sportler wie Jogger. Gerade in der Pollensaison kann (Ausdauer-)Sport aber helfen, Herz-Kreislauf-System und Lungen auf Trab zu halten.

Redaktion: Catrin Schreiner / sprachwürdig